Wie du Kreativität lernen kannst – meine 10 besten Tipps

Kennst du das auch? Du würdest gerne etwas zeichnen, aber dir fällt einfach nichts ein? Minutenlang sitzt du vor einem weißen Blatt, den Stift in der Hand, fest entschlossen genau JETZT deiner Kreativität freien Lauf zu lassen und ein super schönes Bild zu zeichnen. Du grübelst und grübelst, aber dein Kopf möchte nicht so richtig mitspielen und deine Hand ist auch keine große Hilfe. Langsam schweifen deine Gedanken ab – Was koche ich heute? Muss ich noch einkaufen? Hier müsste auch mal wieder gestaubsaugt werden! Naja, dann eben ein anderes Mal und schon liegen Papier und Stift wieder in der Schublade. 

Anderes Szenario: Du weißt genau was du zeichnen möchtest. Deine Freundin hat Geburtstag. Eine richtig coole und persönliche Geburtstagskarte muss her. Wie gut, dass du Sketchnotes zeichnen kannst. Sofort ran an den Schreibtisch und brainstormen. Deine Freundin liebt gutes Essen und Yoga, ihr fahrt gerne gemeinsam in den Urlaub – am liebsten an den Strand – oder macht ausgiebige Shopping Touren. Das kannst du beim Zeichnen der Karte alles einbringen. Aber wie? Du hast zwar eine grobe Vorstellung von der Karte – Super – aber wie das jetzt alles zusammenpassen soll, wie genau man gutes Essen zeichnet und wie das am Ende als Gesamtkunstwerk auch noch super schön aussehen soll… keine Ahnung! Irgendwie macht deine Kreativität mal wieder Kaffeepause und hat sich mit deiner Phantasie verquatscht. Sie ist jedenfalls gerade nicht verfügbar. In den nächsten Tagen kommt irgendwie immer wieder was dazwischen, mal die Arbeit, mal der Haushalt, mal bist du zu müde, um zu zeichnen und kurz vor dem Geburtstag entscheidest du dich doch für eine hübsche Karte, die du im Geschäft gesehen hast.

Blöde Kreativität! Warum gibt es dafür eigentlich keinen Schalter, den man bei Bedarf einfach drücken kann?

Naja, einen Schalter haben wir für dich leider auch noch nicht gefunden und trotzdem möchten wir dir sagen: Kreativität kann man lernen! Kreatives Sketchnotes Zeichnen kann man lernen!

Mittlerweile gibt es unzählige Methoden, um grundsätzlich kreativ zu werden wie Brainstorming oder Rollenspiele. Die besten Tipps von mir und meinem Team, wenn es um das kreative Zeichnen geht, haben wir hier für dich mal zusammengefasst.

Unsere 10 besten Tipps um Kreativität zu lernen: 

 

1. Druck rausnehmen – sich selber vertrauen

Unser allererster und wichtigster Tipp ist: Bitte versuche so weit wie möglich den Druck, den du dir selbst machst, rauszunehmen. In fast allen Menschen schlummert ganz viel Kreativität, die nur darauf wartet freigelassen zu werden. Versuche bitte, dir da einfach selbst zu vertrauen, dass diese Kreativität mit ein bisschen Übung rauskommt und du deine eigenen Ideen entwickeln wirst

 

Unperfekt ist perfekt

2. Unperfekt ist perfekt

Denk an unser Funny Sketchnotes Motto: Unperfekt ist perfekt! Sonst kann schnell zu viel Frust entstehen und das Zeichnen soll doch vor allem Spaß machen. Allen, die sich damit schwer tun, raten wir die eigenen Werke einfach mal einen oder zwei Tage in der Schublade zu verstauen. Schau dir dann deine Zeichnungen nochmal an. Meistens merken wir erst mit ein bisschen Abstand, was wir da eigentlich tolles gezeichnet haben.

Kleiner Fun Fakt am Rande: So bin ich (Simone) erst so richtig zur Sketchnoterin geworden. Bei meinem ersten Sketchnotes Workshop, fand ich mein allererstes gesketchtes Werk gar nicht toll. Hier eine schiefe Linie, da ein bisschen drüber gemalt… wie unschön! Perfektionismus lässt grüßen. So ging ich in die Pause. Eine Stunde später kam ich an meinen Platz zurück und dachte, was liegt denn da für ein schönes Bild. Erst Sekunden später habe ich gecheckt, dass das ja mein Werk ist und war begeistert!

Ein anderer Tipp ist einfach mal die Perspektive zu wechseln und mal zu überlegen, was du Freunden, deinem Partner / deiner Partnerin oder deinen Kindern sagen würdest, wenn sie dir diese Zeichnung vorlegen würden. Du würdest dich auf das Positiv konzentrieren und nicht direkt mit der Kritikkeule kommen. Versuch das mal bei dir selber. Das kann wahre Wunder bewirken. Beim nächsten Mal gehst du viel freier an deine Zeichnungen ran und gibst deiner Kreativität den Freiraum herauszukommen.

 

3. Mutig sein und dran bleiben wird belohnt

Jetzt mal unter uns: Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, ab dem ich mein erstes gezeichnetes Bild bei Facebook posten wollte. „Was werden meine Freunde dort sagen? Finden die das doof? Albern oder kindisch?“ Minutenlang schwirrte meine Hand über dem Button „jetzt posten“. Ich schwitzte und mir wurde warm: „Ohhhhhh Mein Gott – wo kann ich das wieder löschen?!“

Zum Glück habe ich den Löschen-Knopf nicht gedrückt, denn das Feedback meiner Freunde hat mir gezeigt: Meine Bilder sind auch unperfekt perfekt und so war der Startschuss meiner Sketchnotes-Karriere gelegt. 

Vielleicht fragst du dich jetzt, was hat das mit „Kreativität erlernen“ zu tun? Das verrate ich dir gerne. Das positive Feedback hat mir damals einen richtigen Motivationsschub verpasst einfach dranzubleiben und wann immer ich gerade Zeit habe zu zeichnen. Und auch Kreativität hat etwas mit Übung und Motivation zu tun. Je mehr du zeichnest und je mehr du übst, desto besser wirst du. Und sind wir mal ehrlich, positives Feedback, Lob, die Begeisterung und Freude in den Gesichtern unserer Lieben… all das ist doch eine riesige Motivation. Das wird sich auch auf deine Kreativität auswirken. Die wird beim nächsten Mal freudestrahlend rauskommen und bereitwillig mit dir zeichnen.  

 

 4. Komfortzone verlassen

Verlasse deine eigene Komfortzone und du wirst allgemein viel kreativer werden. Leider gibt es für viele Menschen kaum etwas Schwierigeres, als mit Gewohnheiten zu brechen. Dabei ist es für unsere Kreativität und unsere persönliche Entwicklung so wichtig die Komfortzone regelmäßig zu verlassen. Nur wer neue Erfahrungen sammelt, neue Eindrücke zulässt und sich die Welt auch mal aus einer anderen Perspektive anschaut, kann richtig kreativ werden.

Wenn du dich jetzt fragst, wie du aus deiner Komfortzone rauskommen kannst, hier mal drei Tipps: Lerne etwas Neues! Vielleicht ist es ja bei dir gerade schon das Zeichnen!? Dann herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Entscheidung. Ändere etwas an deinem Tagesablauf. Steh zum Beispiel früher auf für eine Runde um den Block, ein ausgiebiges Frühstück oder eine kleine Sporteinheit. Sag einfach mal „Ja“ zu Dingen, die du sonst eher nicht gemacht hättest. 

Du wirst sehen neue Wege bringen mehr Kreativität in dein Leben.  

5. Inspiration in der Umgebung suchen

Wusstest du, dass ich immer einen Block mit Stift oder mein IPad mit mir rumschleppe. Man weiß ja nie, wann die Kreativität vorbeischaut und lossprudelt. Oft ist es doch, wenn man gar nicht damit rechnet. Wenn der Kopf frei ist. Wenn man sich wohlfühlt, keinen Druck verspürt. Bei mir ist das ja ganz oft in der Natur so. Manchmal musst du deinen Platz aber auch gar nicht verlassen. Schau einfach mal aus dem Fenster, inspiriert dich etwas in deiner Wohnung. Sitzt du vielleicht gerade im Bus oder in einem Café? Dann beobachte einfach mal das Treiben um dich herum und vielleicht wirst du schon bald von der Muse geküsst. Zeichne vielleicht einfach Gegenstände, die du siehst, die Umgebung oder das Szenario, was sich gerade abspielt.  

6. Inspiration bei anderen holen

Hol dir Inspiration bei anderen. Gerade auf Social Media gibt es so unglaublich tolle Bilder. Folge deinen Lieblingskünstlern oder einfach anderen Sketchnotern und Co. und speichern dir Bilder, die dir besonders gut gefallen, ab. Wenn du jetzt zum Beispiel eine Geburtstagskarte zeichnen musst, erinnerst du dich vielleicht an eine tolle Karte, die du mal gesehen hast. Nimm dir diese Karte als Inspiration und mach dein ganz eigenes Ding draus. Am besten schaust du dir die Karte gar nicht nochmal an, sondern zeichnest einfach das, was dir in Erinnerung geblieben ist, in deinem eigenen Stil. Auch das in natürlich Übungssache und wird nach und nach immer besser klappen. Und so entwickelst du gleichzeitig deinen ganz eigenen Zeichenstil.

7. Einfach ins Tun kommen  

Für uns ist das Wichtigste, um kreativ zu werden, einfach anzufangen und ins Tun zu kommen – ganz ohne Stress. Ja, ich weiß, dass ist einfacher gesagt als getan. Aber für uns ist es der Schlüssel zur Kreativität. Der passende Schlüssel für deine Tür in dein ganz eigenes kreatives Universum der endlosen Ideen. Du musst ihn nur noch ins Schloss stecken und drehen. Schon kannst du eintreten und dem Einfallsreichtum hallo sagen, der Phantasie ein High Five geben und dich an deiner Kreativität bedienen. Vielleicht denkst du jetzt gerade „Ja, danke, hilft mir gar nicht!“, dann kommen hier drei Techniken, um ins Tun zu kommen: Abzeichnen, Funny ABC & Lieblingsmotive entwickeln (mehr unter Punkt 8, 9 und 10). Es hilft aber auch schon, wenn du einfach in Alltagssituationen, in denen du eine Hand frei hast und nicht deine volle Aufmerksamkeit gefordert ist, einen Stift in die Hand zu nehmen und drauf los zu kritzeln – zum Beispiel bei einem Telefonat.

8. Abzeichnen ist erlaubt

Ich finde es schade, dass bei vielen Menschen – vor allem in der Künstler Szene – der Glaube verankert ist, dass Abzeichnen ganz furchtbar ist. Woher kommt das eigentlich? Wenn ich mir so manche Instagram Reels anschaue, habe ich das Gefühl, dass alle den gleichen „Wie mache ich ein einzigartiges Reel“- Ratgeber gelesen haben. In diesem Fall ist nachahmen wohl erlaubt. Aber bloß nicht abzeichnen. Sonst kommt die Sketchnotes-Polizei und entzieht dir lebenslang die Lizenz zum Zeichnen. Denn du hast den hippokratischen Eid der Sketchnoter gebrochen. Du hast eine der 7 Kunstsünden begannen und wirst jetzt aus dem Sketchnotes-Paradies verbannt.

Nein, jetzt aber mal ernsthaft! Vorab möchte ich natürlich sagen, dass du niemals Bilder oder auch Teile eines Bildes komplett abzeichnen solltest, um diese zu veröffentlichen. Wenn du aber nur für dich zeichnest, ist abzeichnen oder nachmalen oft eine super Starthilfe. Du möchtest zum Beispiel ein Tier zeichnen – sagen wir mal einen Löwen. Beim ersten Mal zeichnest du diesen komplett ab oder nach. Paust ihn vielleicht sogar durch. Beim nächsten Mal nimmst du eine andere Vorlage. Beim fünften Mal schaust du, was würde ich anders zeichnen. Und beim zehnten Mal kommt vielleicht schon dein ganz eigener Löwe aus dem Stift aufs Papier gesprungen und brüllt dich an. In meinen Kursen zeichnen meine Kunden ja auch anfangs meine Bilder nach. Und glaub mir nach und nach –  bei einem geht es ganz schnell, der andere braucht vielleicht Monate – entwickelt sich bei den Meisten ein ganz eigener, wundervollen Zeichenstil.

9. Funny ABC zeichnen

Einer meiner Tipps, um in den kreativen Flow zu kommen ist: Sketche das Alphabet. Und zwar Buchstabe für Buchstabe. Nimm dir jeden Tag einen Buchstaben vor und zeichne alles was dir zum Beispiel zum Buchstaben A einfällt. Stell dir folgende Fragen:

Gibt es Obst oder Gemüse mit dem Buchstaben?
Berufe?
Körperteile?
Länder?
Fahrzeuge?
Tiere?
Musikinstrumente?
Steht was in der Gegend rum, was mit dem Buchstaben anfängt?

Alles was dir in den Sinn kommt, wird gezeichnet. Das ist wirklich eine mega gute Übung, um ins Tun zu kommen und kreativ zu werden. Dabei ist es absolut nicht verboten, sich einen Begriff auszudenken und wenn man nicht weiß, wie man diesen Begriff zeichnen kann, sich ein Bild rauszusuchen. Trenn dich bitte von dem Gedanken, dass das alles immer aus deinem Kopf rauskommen muss – vor allem beim ersten Mal. Das ist bei uns auch nicht so, bis heute! Aber je mehr man übt und je mehr Dinge man schon gezeichnet hat, desto besser funktioniert es, ohne sich vorher ein Bild anzuschauen.

In meinem Online Sketchnotes Club – der Funny Sketchnotes World – haben wir daraus eine Challenge gemacht und alle haben ihr persönliches Funny ABC zur gleichen Zeit gezeichnet. Was da für unglaublich kreative Bilder gezeichnet wurden.. Wahnsinn!  

 

10. Lieblingsmotive entwickeln

Es gibt so ein paar Motive, die ich einfach immer wieder zeichne. Du wirst sie in ganz vielen meiner Bilder finden, mal vollkommen identisch, mal auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Hier mal ein paar Beispiele: ein Stift, ein Block, eine Krone, einen Briefumschlag, eine Tasse, ein Mensch. Wenn du mich um 5 Uhr morgens wecken würdest (Mach das besser nicht!) könnte ich diese Motive mit halbgeschlossenen Augen problemlos aufs Papier bringen. Leg dir am besten auch so ein paar Motive zurecht, die du immer wieder gerne sketchst. Wenn du jetzt etwas zeichnen möchtest, aber überhaupt keine Idee hast, was das sein könnte, nimm dir einen schönen Spruch, schreib ihn auf ein Blatt und fang an deine „Standardmotive“ drumherum zu zeichnen. Bist du auch hier ratlos? Ich finde Sprüche wie „Do what you love“, „Unperfekt ist perfekt“ oder „Only the Sky is the Limit“ gehen immer. Das gefällt dir nicht? Da gibt es noch so einen Geheimtipp namens Google… aber pssst! Wieder zurück zu unserem Bild. Du hast jetzt einen Spruch und ein paar deiner Lieblingsmotive gezeichnet. Der Anfang ist also gemacht und man sagt doch „aller Anfang ist schwer“ (noch so ein Spruch). Du hast den „schweren“ Teil erledigt und deine Kreativität übernimmt jetzt bestimmt gerne den Rest!   

So, ich hoffe, wir konnten dir mit unseren Tipps helfen mit deiner Kreativität nicht mehr auf Kriegsfuß zu stehen und ihr könnt ab sofort eine harmonische Einheit bilden und deine Kreativität steht dir immer zur Seite, wann immer du sie brauchst. 

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